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15.10.2008 15:51 (1542 x gelesen)

Im Schwimmbad

Die Eltern sind nur für die eigenen Kinder aufsichtspflichtig. Erleidet ein fremdes Kind einen Unfall, kann dieses sich grundsätzlich nicht darauf berufen, dass Eltern eines anderen Kindes dies hätten verhindern müssen. Das gilt auch dann, wenn das andere Kind den Unfall mit verursacht hat.

Mit dieser Begründung ist die Klage eines 8-jährigen Jungen gegen die Eltern eines 5-jähringen auf Zahlung von Schadensersatz abgewiesen worden. Der 8-jährige war im Schwimmbad auf der Wasserrutsche von unten nach oben geklettert. Der 5 jährige ist die Rutsche bestimmungsgemäß nutzend von oben kommend mit dem Kletterer zusammengestoßen und hat ihn schwer verletzt. Die Mütter beider Kinder waren in der Nähe, hatten aber ihre Sprösslinge aus den Augen verloren. Der Verletzte, von unten nach oben steigende Junge, hatte seine Klage mit einer Aufsichtspflichtverletzung begründet: Die Mutter des rutschenden Kindes hätte sehen können, dass er hoch steigt und ihren eigenen Sohn vor dem Zusammenprall abfangen müssen.

Eine solche Verpflichtung sahen die Richter nicht. Man dürfe die Aufsichtspflicht nicht überspannen und könne von den Eltern in einem Schwimmbad nicht die Überwachung aller Kinder erwarten.


Oberlandesgericht Karlsruhe, 10.08.2007-14 U 8/06


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