*
Schriftzug
Logo
Menu
05.05.2008 17:06 (1355 x gelesen)

Mobbing

Bei Mobbing kann der Arbeitgeber zum Schadenersatz verpflichtet sein, auch wenn er davon erst nach Jahren erfährt. Er haftet nicht nur, wenn er selbst daran beteiligt war, sondern auch, wenn ein Vorgesetzter des Opfers vom Mobbing wusste und dies hätte abstellen können und müssen.

Unter Mobbing versteht man eine Vielzahl einzelner Handlungen bis hin zu Tätlichkeiten. Es handelt sich um systematische Schikanen bzw. Anfeindungen von Kollegen oder Vorgesetzten. Sie sollen den Betroffenen demütigen und zermürben. Mitunter leidet das Opfer jahrelang bevor es entnervt und krank den Arbeitsplatz aufgibt. Das ist ein Grund dafür, dass die Schikanen schlecht nachweisbar sind. Deshalb setzen sich Opfer häufig erst dann zur Wehr, wenn es zu spät ist.

Diese Erkenntnisse formulierte das Gericht in einem Verfahren, bei dem ein Ingenieur nach 12-jähriger Beschäftigung vollständig arbeitsunfähig aus dem Betrieb ausschied. Weitere 3 Jahre später reichte er Klage beim Arbeitsgericht ein und verlangte vom Arbeitgeber Schmerzensgeld und Verdienstausfall. Die Vorinstanzen wiesen die Klage ab, weil die Ansprüche spätestens 6 Monate nach ihrem Entstehen hätten geltend gemacht werden müssen. Das sahen die Bundesrichter anders.

Bundesarbeitsgericht 16.05.2007 – 8 AZR 709/06


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
PrinterFriendly
Druckoptimierte Version
Fußzeile
Kimmig + Kollegen | Rechtsanwälte | Turmstr. 37 | 79539 Lörrach | Tel.: +49 (0) 7621/49294
E-Mail:
info@anwaltskanzlei-kimmig.de  | www.anwaltskanzlei-kimmig.de  | Datenschutzerklärung
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail