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08.01.2008 18:39 (1375 x gelesen)

Skifahrer und Snowboarder

Die Schadenersatzansprüche eines Skifahrers, der auf einer Skipiste mit einem Snowboardfahrer zusammen stößt, sind nach den Regeln des internationalen Skiverbandes (FIS) zu beurteilen. Kann nicht geklärt werden, dass einer der beiden Sportler einen Regelverstoß begangen hat, gilt die Vermutung, dass jeder an dem Zusammenstoß beteiligte Sportler auf den jeweils anderen nicht gebührend Rücksicht genommen hat.

Kommt es unter diesen Umständen zu einem Zusammenstoß, trägt der Snowboarder 60 % und der Skifahrer 40 % des Schadens. Die überwiegende Haftung des Snowboarders ergibt sich aus dem Umstand, dass er die risikoreichere Sportart ausübt. Vom Snowboard gehen schon deshalb größere Verletzungsgefahren aus, weil es üblicherweise schwerer ist als Skier es sind. Außerdem entsteht bei jedem zweiten Schwung des Snowboarders ein toter Winkel, weil sein Rücken zum Kurvenmittelpunkt weist (backside turn). Verglichen mit dem Skifahrer muss der Snowboarder deshalb besonders aufmerksam und reaktionsschnell sein.

Das Gericht hatte über die Klage eines Skifahrers zu entscheiden, der im Bereich der Kreuzung zweier Skipisten mit einem Snowboarder zusammen gestoßen war. Obwohl kein Regelverstoß eines der beiden Sportler erkennbar war, hat das Gericht entschieden, dass der Snowboarder an den Skifahrer den überwiegenden Teil des Schadens zahlen muss.


Landgericht Bonn 21.03.2005 – 1 O 484/04


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