*
Schriftzug
Logo
Menu
24.10.2007 17:39 (1326 x gelesen)

Kaskoversicherung zahlungspflichtig

Wer als Fahrer eines Pkws auf gerader Strecke bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h kurz auf dem Beifahrersitz schaut, handelt nicht grob fahrlässig. Kommt in der Folge das Fahrzeug von der Straße ab und verunfallt, muss die Kaskoversicherung den Schaden regulieren.

Die Versicherung kann Zahlung eines Schadens verweigern, wenn der Versicherungsfall vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wird. Dafür ist sie aber beweispflichtig. Hier hat der Fahrer einen kurzen Kontrollblick auf den Beifahrersitz eingeräumt. Das ist eine Unachtsamkeit, die ein Abkommen von der Fahrbahn nicht erklären lässt. Daraus kann man auch nicht schließen, der Fahrer habe einen heruntergefallenen Gegenstand gesucht. Wäre das der Fall, könnte die Versicherung die Leistung verweigern: Sich bei der Fahrt zu bücken und auf dem Boden zu suchen ist grob fahrlässig. Dafür ist die Versicherung aber beweispflichtig. Bleibt sie den Beweis für Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit schuldig, wird sie zu Recht in Anspruch genommen.

Oberlandesgericht Hamm 07.02.2007 – 20 U 134/06


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
PrinterFriendly
Druckoptimierte Version
Fußzeile
Kimmig + Heubes | Rechtsanwälte | Turmstr. 37 | 79539 Lörrach | Tel.: +49 (0) 7621/49294
E-Mail:
info@anwaltskanzlei-kimmig.de  | www.anwaltskanzlei-kimmig.de  | Datenschutzerklärung
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail