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24.10.2007 17:37 (1207 x gelesen)

Tragischer Bergunfall

Bei einer alpinen Bergwanderung führte eine Frau ihr 4-jähriges Kind an der Hand: An einer rutschigen Stelle verlor sie den Halt, stürzte den steilen Hang hinunter und riss einen unterhalb gehenden Wanderer mit in die Tiefe. Der zog sich beim Sturz so schwere Verletzungen zu, dass er daran starb. Jetzt verlangen seine Hinterbliebenen von der Frau Schadensersatz, der ihnen vom Gericht auch zugesprochen wird.

Der Grund: Die Frau hatte sich nicht an dem bergseits angebrachten Sicherungsseilen festgehalten, weil sie talseits ging, um das Kind zu sichern. Das war eine Pflichtverletzung, die zur Haftung führt. Von Bergwanderern wird erwartet, dass sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Sicherungsmittel auch in Anspruch nehmen. Dazu gehört, möglichst bergseits zu gehen und im konkreten Fall ein angebrachtes Sicherungsseil auch zu nutzen. Der Einwand, sie habe das in ihrer Begleitung befindliche Kind sichern müssen, entlastet die Frau nicht: Bei schwierigen Wanderungen sind andere Absicherungen für mit wandernde Kinder zu treffen. Wer also eine vorhandene Sicherungsmöglichkeit nicht wahrnimmt, macht sich schadensersatzpflichtig.

Oberlandesgericht Stuttgart 26.07.2006 - 3 U 65/06


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