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24.10.2007 17:34 (1285 x gelesen)

Unfall II

Ein 12-Jähriger fuhr mit seinem Fahrrad auf einen PKW auf und verletzte sich dabei schwer. Jetzt verlangt er vom PKW-Halter vergeblich Schmerzensgeld. Er scheitert, weil die Richter ihm am Verkehrsunfall die Alleinschuld geben, obwohl Kinder und Jugendliche vom Gesetz privilegiert sind:

Kinder, die jünger sind als 7 Jahre, sind für Schäden aus Verkehrsunfällen überhaupt nicht verantwortlich, Ältere (bis einschließlich 9 Jahre) nur dann, wenn sie vorsätzlich handeln; die Anderen (bis zur Volljährigkeit) haften nur, wenn sie ihr Handeln überschauen können.

Für die Alleinschuld des Radlers ausschlaggebend ist also der Unfallhergang. Der Zusammenstoß ereignete sich, als der Junge nach links in eine Straße einbog und dabei die Kurve geschnitten hatte. Außerdem fuhr er mit überhöhter Geschwindigkeit. Damit hat der Junge einen besonders groben Regelverstoß begangen. Nach Auffassung der Richter kann von einem 12-jährigen soviel Verständnis für den Straßenverkehr erwartet werden, dass er um die Gefährlichkeit beim Schneiden der Kurve mit hoher Geschwindigkeit weiß. Sein Verschulden ist so krass, dass eine eventuelle Mitverantwortlichkeit des beteiligten Autofahrers außer Betracht bleibt.


Oberlandesgericht Nürnberg 14.07.2006 – 13 U 901/05


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