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24.10.2007 17:33 (1303 x gelesen)

Mineralwasserflasche – explodiert

Ein Kunde befand sich an einem heißen Sommertag in einem Getränkemarkt. Als er sich in der Nähe der Getränkeregale aufhielt, explodierte eine mit Mineralwasser gefüllte Glasflasche. Die umherfliegenden Glassplitter verletzten ihn erheblich. Deshalb verlangt er vom Betreiber des Marktes Schmerzensgeld.

Damit hat er beim Bundesgerichtshof kein Glück. Der Marktbetreiber haftet im konkreten Fall nur, wenn er die durch die Explosion herbeigeführte Körperverletzung schuldhaft (mit-) verursacht hat. Dafür reicht es nicht aus, dass der Betrieb Mineralwasser in Glasflaschen zum Verkauf anbietet, auch wenn jedermann bekannt ist, dass die in diesen Getränken enthaltene Kohlensäure bei entsprechenden Bedingungen eine Flasche zum platzen bringen kann. Die Umstände, die zu dieser Explosion führten, sind nämlich extrem selten und nicht erkennbar; nicht einmal durch Kühlung wird das Risiko einer Explosion entscheidend beeinflusst. Dies gilt auch für alte und stark verschlissene Flaschen.

Es ist lebensfremd und unrealistisch vom Marktbetreiber zu erwarten, dass er gegen jede denkbare Gefahr für seine Kunden Vorkehrungen treffen muss.

Anders ist die Rechtslage gegenüber dem Mineralwasserproduzenten: Wer fehlerhafte Produkte in Verkehr bringt, ist grundsätzlich schadenersatzpflichtig, von einigen Ausnahmen abgesehen.



Bundesgerichtshof 31.10.2006 – VI ZR 223/05


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