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24.10.2007 17:30 (1327 x gelesen)

Balanceakt: Strafanzeige gegen Chef

Seit einigen Monaten erfolgten die Gehaltszahlungen schleppend. Das beunruhigte die Belegschaft und man suchte Erklärungen. Da erfuhr ein Kraftfahrer zufällig aber aus sicherer Quelle, dass der Chef Firmengelder unterschlagen haben soll. Deshalb erstattete er Strafanzeige gegen den Chef und wurde prompt gekündigt.

Zu Unrecht meint das Bundesarbeitsgericht: Vorrang vor einer Strafanzeige hat freilich die innerbetriebliche Aufklärung: Zu diesem Zweck sind Vorgesetzte über den Verdacht und die zugrunde liegenden Umstände zu informieren, möglicherweise auch der Chef des Chefs. Wenn es aber nur einen Vorgesetzten gibt, der selbst im Verdacht steht, ist eine innerbetriebliche Klärung, gerade bei schwerwiegenden Vorwürfen, nicht zu erwarten.

Die Strafanzeige darf nicht auf wissentlich unwahre oder leichtfertig falsche Angaben gestützt werden: Dann wäre geschäftsschädigem Verhalten der eigenen Mitarbeiter Tür und Tor geöffnet.

Auf der anderen Seite kommt es nicht auf den Rang des anzeigenden Mitarbeiters in der Firmenhierarchie an; bei „einfachen“ Mitarbeitern kann das Rechtsgefühl genauso gut entwickelt sein wie bei leitenden Angestellten.


Bundesarbeitsgericht 07.12.2006


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