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10.10.2007 17:13 (1361 x gelesen)

Folgenschwerer Irrtum



Um das Erbe der verstorbenen Mutter streiten sich Bruder und Schwester. Die Schwester war von der Mutter durch notarielles Testament zur Alleinerbin eingesetzt, ihr Bruder enterbt worden. Die Mutter hatte das Testament in die amtliche Verwahrung zum Nachlassgericht gegeben. Später nahm sie das Testament aus der Verwahrung zurück.

Deshalb ist der Bruder jetzt der Auffassung, dass das Testament ungültig sei und er aufgrund gesetzlicher Erbfolge zusammen mit der Schwester Miterbe wurde. Die Schwester meint, die Mutter habe dem Druck des Bruders nicht Stand gehalten; sie habe nicht gewusst, dass mit der Rücknahme eines notariellen Testamentes aus der amtlichen Verwahrung dieses ungültig wird.

So sieht es auch das Gericht: Nicht jeder, der ein notarielles Testament aus der amtlichen Verwahrung zurücknimmt, weiß dass dieses Testament damit unwirksam wird; manchmal will er nur den Aufbewahrungsort ändern.

Gelingt es dem begünstigten Testamentserben nachzuweisen, dass der Erblasser mit der Rücknahme des Testamentes dieses nicht aufheben wollte, kann er diesen Irrtum des Testamentsverfassers rückgängig machen. Das Testament bleibt dann ausnahmsweise wirksam.

Bayrisches Oberstes Landesgericht vom 09.03.2005 (1 ZBR 108/04)


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