*
Schriftzug
Logo
Menu
10.10.2007 17:11 (1339 x gelesen)

Pech mit der Kaskoversicherung



Der PKW-Halter verlangt von seiner Kaskoversicherung Regulierung eines PKW-Unfalls ohne Fremdeinwirkung. Da er schwer verletzt im Krankenhaus lag, erledigte seine Lebensgefährtin das Schriftliche. Sie gab auf dem Fragebogen der Versicherung zum Unfallhergang an: „Es regnete so stark, dass sich in einer Senke Wasser angesammelt hatte. Verkehrsbedingt bremste ich und geriet dadurch ins Schleudern. Gefahren 90 km/h, erlaubt 120 km/h.“ Die Polizei stellte später fest, dass die Reifen abgefahren waren und dass sich der Unfall bei ca. 120 km/h auf trockener Straße ereignet hatte.

Das Gericht wies die Klage auf Zahlung von Versicherungsleistungen ab. Der Grund: Es ist Pflicht des Versicherungsnehmers, wahrheitsgemäße und vollständige Angaben über alle Umstände des Unfallherganges zu machen. Wer dieser Verpflichtung vorsätzlich zuwiderhandelt, verliert seinen Versicherungsanspruch. Dass im vorliegenden Fall nicht der Versicherungsnehmer selbst, sondern seine Lebensgefährtin Angaben gemacht hat, ändert an der Beurteilung nichts. Sie war in seinem Auftrag und mit seinem Wissen tätig geworden.

Die Lebensgefährtin hatte die Unfallumstände von dem PKW-Fahrer im Krankenhaus erfahren, als er unfallbedingt „viel Unsinn“ erzählte. Sie hatte sich daraus einen Sachverhalt zusammengereimt und Tatsachen „ins Blaue hinein“ behauptet, deren Ungewissheit ihr klar gewesen sein musste. Wer in dieser Weise Behauptungen aufstellt, handelt vorsätzlich mit der Folge, dass die Versicherung nicht zahlen muss.

Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 26.04.2005 (9 U 113/04)


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
PrinterFriendly
Druckoptimierte Version
Fußzeile
Kimmig + Kollegen | Rechtsanwälte | Turmstr. 37 | 79539 Lörrach | Tel.: +49 (0) 7621/49294
E-Mail:
info@anwaltskanzlei-kimmig.de  | www.anwaltskanzlei-kimmig.de  | Datenschutzerklärung
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail